Johannismühle Sautzschen
06722 Sautzschen OT von Droyßiger-Zeitzer Forst, Johannismühle 1, Burgenlandkreis
Koordinaten: 51.016825, 12.040938
Eigentümer(in): privat
Das Objekt ist nicht als Denkmal ausgewiesen.
Ehemalige Wassermühle, Wasserlauf: Katersbach
Nutzungsarten: k.A.

Baujahr, Betrieb bis: k.A.
Zustand: gut
Offenbar ist in der ehemaligen Mühle heute ein Bauunternehmen ansässig. Dächer und Gebäude sind wohl unlängst saniert, die Umgebung wirkt sauber und ordentlich. Fahrzeuge auf dem Hof deuten auf die Gewerbeausübung hin.
Ein Foto auf der Webseite zeigt ein dreigeschossiges Fachwerkhaus mit massivem Untergeschoss sowie weitere Wirtschafts- und Nebengebäude. Also war hier scheinbar eine größere (wohlhabende) Handwerksmühle.
Webseite der Firma


Durch eine freundliche Leserin sind mir Informationen zur Mühle zugesandt worden, den Text zur Mühle gebe ich hier als Abschrift wieder: (Zitat Anfang)
"Die alte Glatzschmühle - von Otto Kunisch, Lehrer in Lonzig - Am selben Abend schrieb bei Kerzenschein der Pastor Johannes Hellborn in das alte, dickleibige Kirchenbuch folgende Zeilen: "Am 31. Marty hab ich Gregor Millon, dem Winzer zu Haynsburg, in der Kriegsgefahr zur Zeit in der Glatzschmühle einen Sohn mit Namen Gregorius getauft. Pate waren: Johannes Hellborn, Pastor zu Haynsburg, Dorothea, Hans Weinert, des Schmidt zu Droyßig Schwester und Just Kohl, der Wirt zu Breitenbach".
Wir lernen den Winzer der Haynsburg kennen, der seine Frau in den unsicheren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges in die rings von Wald umgebene und schwer auffindbare Glatzschmühle brachte, um ihr die Schrecken einer eventuellen Belagerung der Haynsburg zu ersparen. Wir lernen den Wirt von Breitenbach und den Schmied von Droyßig kennen. Ferner finden wir erst-mals urkundlich die heutige Johannismühle erwähnt.
Wie die Glatzschmühle 1645 zu ihrem Namen kam, ist urkundlich nicht festzustellen. Der Volksmund erzählt und deutet den Namen auf folgende Weise: Zu dieser Mühle führte von Sautzschen aus ein sehr enger und schmaler Weg, der nur für ein Fuhrwerk zu befahren war. Um nicht einem entgegenkommenden Wagen den Weg zu versperren, knallten die Fuhrleute am Eingang des Weges mit der Peitsche oder klatschten in die Hände. Wahrscheinlich rührt aber der Name von dem Aufklatschen des Wassers auf das Mühlrad her, welches in einer 20 Meter langen Wasserrinne zugeleitet wurde und ein unablässiges Murmeln, Plätschern und Aufklatschen verursachte.
Die Glatzschmühle war in ältesten Zeiten eine herrschaftliche Mahlmühle und wurde an Pächter weiter verpachtet. Wann sie in den Privatbesitz übergegangen ist, ist nicht festzustellen. 1654 wird Lorenz Steiniger als Glatzschmüller unter Kattersdorf erwähnt, der am 1. September 1683 starb. 1694 wird als Besitzer Christian Steiniger, Müller auf der Glatzschmühle oder auch sonst genannt "Zur wonnigen Schkauditz", aufgeführt.
Am 29. Oktober 1766 wird sie das erste Mal als Johannismühle erwähnt und Gottlieb Fleming als Pachtmüller genannt. Sie ging dann in den Besitz der Familie Heymer über und wurde am 1. Oktober 1941 an Ernst Köppe aus Merseburg verkauft. Seit 1899 ist die Mahlmühle nicht mehr in Betrieb. Sie wurde nur noch bis 1911 als Schrotmühle verwendet. Am 13. April 1945 beschossen die Amerikaner die Mühle. Die alte Fachwerkscheune und das Stallgebäude brannten ab.
Heute (1957 W.S.) ist die Johannismühle ein beliebter Ausflugsort und eine vielbesuchte Sommerfrische. Frohe Wanderlieder begleiten unsere Wandergruppen durch das wildromantische Saugrabenbachtal. Munter springt der Saugrabenbach über Steine und Felsen und fließt unterhalb der Johannismühle der Elster zu. Idyllisch und vom großen Verkehr abgelegen liegt die alte Mühle am Rande des Bornholzes und bietet unseren Wandergruppen und den werktätigen Menschen Erholung und Entspannung." (Zitat Ende)
Quelle: Freiheit Zeitz, 14. Juli 1957

Ansicht der Gebäude heute
Die sanierten Gebäude im Juli 2014

Die Johannismühle im Winter
Winter 2018





letzte Aktualisierung Montag d. 11. Mai 2020