Bitterfeld-Wolfen, Lobermühle (verschwunden)
Die Lobermühle (Mahlmühle) wurde im Jahr 1973 abgerissen, übrig blieb die dazu gehörende, ehemalige Schneidemühle.

06749 Bitterfeld-Wolfen, Friedenstraße 2, Landkreis Anhalt-Bitterfeld
Koordinaten: 51.626842, 12.329637 "An der Lobermühle"
Eigentümer(in): k.A.
Das Objekt ist nicht als Denkmal ausgewiesen.
Wassermühle, Wasserlauf: Großer Teich, Lober, Leine
Nutzungsarten: Ehemalige Getreidemühle

Zustand: abgebrochen
1992 - Die Mühle befand sich am Rande des Stadtzentrums in einer Parkanlage, sichtbar von der Bundesstraße, Zustand schadhaft, Dachhaut defekt, Ausfachungen (Ziegelmauerwerk) schadhaft, allgemein schlechter Zustand,
Technik: Offensichtlich war die Mühle bis vor wenigen Jahren zu Wohnzwecken genutzt worden, inzwischen ist scheinbar nur noch die Gebäudehülle vorhanden. Umfangreiche Wasserbauanlagen (Reste) sowie der Mühlgraben sind vorhanden (so Herr Lander 1992), tatsächlich aber hat Herr Lander zu der Zeit die Schneidemühle gesehen und beschrieben. (W.S.)

Kulturgeschichte: Abriss der Lobermühle 1973, übrig blieb das Gebäude der "Schneidemühle".
Bau- und Kunstgeschichte: Sichtfachwerk, teilweise massive Untergeschosse.
Bemerkungen: Ausführlichere Angaben finden sich in der PDF-Datei (Link) unbedingt lesen! Es handelt sich um ein Faksimile der alten Bauakte!

Auszug: Kurzer geschichtlicher Abriss der Lobermühle:

  • 1500 Die Lobermühle wurde erbaut, ihre Ersterwähnung fand sich allerdings erst 1539.
  • 1550 Der Kurfürst Moritz kaufte die Lobermühle von Jakob Willst.
  • 1558 Die Stadt erwarb von August Kurfürst von Sachsen die Lobermühle für 1000 Gulden.
  • 1632 Moritz Poyda wurde als Ratsmitglied an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Wentzel Hayn Lehnsträger der Lobermühle.
  • 1655 Die Stadt verkaufte die Lobermühle an den Ratsherrn Asmus Merseburger für 1018 Gulden.
  • 1716 Die achtjährige Tochter des Lobermühlenbesitzers Johann Wolff Schumann ertrank in der Hochwasser führenden Mulde.
  • 1789 Durch Einheiratung kam die Lobermühle an die Familie Martin. Der erste Besitzer dieses Namens ist Johann Friedrich Martin. Die Martins waren tüchtige Müller und besaßen noch eine Maschinenfabrik in der Weststraße.
  • 1878 Das erste Telefon erhielt der Lobermühlenbesitzer Moritz Martin von der Mühle nach seiner Fabrik.
  • 1973 Das Wohnhaus, die Mahlmühle und ein Teil der Nebengebäude wurden 1973 abgerissen. Die Schneidemühle, die ursprünglich als Walkmühle für das Tuchmacherhandwerk diente, blieb als einziges Gebäude noch erhalten.

Quelle: Digitalisat der Bauakte, Veröffentlicht unter AdM_Dezember_Lobermuehle001
Faksimile Bauakte, BauA 13537




Aktualisierung Samstag, 07.07.2018