Magdeburg Altstadt, Schiffmühle Petriförder
Die Mühle ist bei der DGM registriert
39104 Magdeburg-Altstadt, Petriförder, Magdeburg
Koordinaten: 52.132892, 11.647672
Eigentümer(in): (vermutlich die Stadt Magdeburg)
Das Objekt ist nicht als Denkmal ausgewiesen.
Schiffmühle, unterschlächtiges Wasserrad
Wasserlauf: Elbe
Nutzungsarten: Nachbau einer Getreidemühle

Baujahr: 1999, Betrieb bis: Schauobjekt
Zustand: gut
Wikipedia enthält einige Informationen hierzu, nach Angaben diverser Webseiten wäre diese Mühle eine "funktionsfähige" Schiffmühle, ich würde es eher als Touristenmagneten verstehen. Funktionsfähig kann die Mühle schon deswegen nicht sein, weil sie etwa 3-4m über dem Wasserspiegel auf Betonfundamenten ruht. Etwas mehr erfährt man vielleicht hier Wikipedia zur Schiffmühle am Petriförder

Und wenn sie dann dort die Sätze - Zitat Anfang "Die Schiffmühlen wurden mit mehreren Seilen so festgebunden, dass sie immer am selben Platz[2] im Fluss lagen. Sie wurde so ausgerichtet, dass das Schaufelrad von der Strömung angetrieben wurde. Je nach Strömungsstärke konnte man es hoch oder runter leiern." Zitat Ende - gelesen haben, fragen sie sich vielleicht auch, wozu denn "hoch und runter leiern"? - wenns schwimmt...

Die Eintauchtiefe von Haus- und Wellschiff, so heißen die beiden "schwimmenden Teile" einer Schiffmühle wurde meines Wissens zufolge im Bedarfsfall ganz profan durch Ballaststeine reguliert. Und ansonsten schwammen Schiffmühlen, da war die Eintauchtiefe bis auf geringe Abweichungen durch Wellenschlag immer gleich.

Und die Behauptung, dass Schiffmühlen "immer am selben Platz im Fluss lagen." ist ziemlich aus der Luft gegriffen (oder aus dem Wasser gezogen?).
Mindestens im Winter wurden Schiffmühlen an einen geschützten Liegeplatz gebracht, sie hatten vielfach einen sogenannten "Winterhafen". Eis machte die Rotation des Wasser- oder Schaufelrades unmöglich, nicht selten riss starker Eisgang Schiffmühlen los und die steuerlos treibenden Schiffmühlen verursachten mitunter immense Schäden, indem sie andere, an ihren Liegeplätzen auf offenes Wetter wartende Frachtschiffe beschädigten, mitunter sogar ganze "Flotten" von Lastkähnen schlicht versenkten.
Wikipedia Schiffmühle Westerhüsen
Hier besonders der Abschnitt "Geschichte" - "Am 13. Januar 1777"...
Alles in Allem waren Schiffmühlen eher ein "Ersatz" wenn ein Müller partout keinen geeigneten Mühlenstandort an Land bekommen konnte oder eine Gemeinde keinen besser geeigneten Bauplatz zur Verfügung stellen konnte. Und tatsächlich waren die Arbeits- und Lebensbedingungen in den frühzeitlichen Mühlen alles andere als angenehm. Ganz besonders aber waren diese auf Schiffmühlen geradezu katastrophal.
Ständige Feuchtigkeit hatte schlechte Lager- und Arbeitsbedingungen zur Folge, die An- und Ablieferung von Korn und Mahlprodukten erfolgten mittels Lastkähnen oder über schmale, glitschige Stege, und das Wohnen auf der schwimmenden Mühle war mit Sicherheit auch beschwerlich, dennoch gab es zahlreiche Schiffmühlen auf denen sogar die Familien der Schiffmüller lebten.

Und als die Schiffmühlen die Fracht- und Handelsschiffahrt immer mehr beeinträchtigten war die Zeit gekommen, Betriebserlaubnisse nicht mehr zu verlängern wenn ein Schiffmüller starb oder man machte Besitzerwechsel einfach behördlicherseits durch Auflagen usw. unmöglich.
Das ging soweit, dass Schiffmühlen stillgelegt wurden. Müller bekamen Ersatzstandorte an Land zugewiesen und es wurden Entschädigungen gezahlt, nur um die ungefügen, schwer manövrierbaren und mitunter sogar gefährlich gewordenen Schiffmühlen endgültig zu beseitigen. Dass dennoch einige Exemplare bis ins 20. Jahrhundert "überlebten" ist kein Beweis dafür, dass diese Mühlenbauart Vorzüge gehabt hätte.

Die letzte Schiffmühle Sachsen-Anhalts wurde erst 1956 endgültig stillgelegt, es war die "Bergwerks-Schiffmühle bei Schwemsal, Bad Düben.

Schwemsal OT von Muldestausee Bergschiffmühle





Aktualisierung Samstag, 07.07.2018