Untere Mühle Wetterzeube
06722 Wetterzeube, Hauptstraße 15, Burgenlandkreis
Koordinaten: 51.004663, 12.014359
Eigentümer(in): Familienbesitz
Das Objekt ist als Kulturdenkmal ausgewiesen. - Erfassungsnummer: 094 86516
Wassermühle, Wasserlauf: Mühlgraben/Weiße Elster
Nutzungsarten: ehemalige Getreidemühle, heute Kleinkraftwerk

Baujahr: Die Mühle entstand vor 1528, wurde 1766 wesentlich erneuert, 1908 und 1909 neu aufgebaut und erweitert.
Betrieb bis: ca. 1989
Zustand: teilweise saniert

Die Mühle ist nachweislich seit 1798 ununterbrochen im Besitz der Vorfahren heutiger Eigentümer.
Eine an der Mühle angebrachte Hinweistafel beschreibt die Mühle als einen 'mittelalterlichen Gebäudetyp... der in seinem Grundriss den Bauvorschriften des Sachsenspiegels entsprach', der ursprünglich mit einem Raum je Geschoss errichtet, im Lauf der Zeit jedoch immer wieder umgebaut wurde, bis schließlich die heutigen Gebäude und Bauformen entstanden waren.

Die letzten Recherchen haben ergeben, dass die Mühle zuletzt 1908 und 1909 erneuert und erweitert wurde.
Jahreszahlen aus der Firmengeschichte der 'Braunschweigische Mühlenbau-Anstalt, Amme, Giesecke & Konegen'
Weitere Suchen haben ergeben, dass die Mühle bis zum Untergang der DDR noch von einer LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) genutzt wurde, allerdings war die Mühlenanlage auf Verschleiß gefahren worden. Dementsprechend war die Substanz 1989 in ziemlich schlechtem Zustand. Nach 1990 erfolgte eine Rückübertragung der Mühle an die Nachkommen des Alteigentümers. Diese sanierten Teile der Mühlengebäude und strebten die Wiederinbetriebnhame der Wasserkraftanlage an. Das wurde ihnen über längere Zeit erschwert bzw. durch die zuständigen Stellen des Landesverwaltungsamtes verwehrt.
Das Ganze führte dann schließlich zu einem Verwaltungsgerichtsverfahren und endete damit, dass man den Nachkommen des Alteigentümers in vielen Streitfragen Recht verschaffte. Urteil des Verwaltungsgerichtes Halle in dieser Sache

Zwischenzeitlich war sogar eine 'Fischaufstiegsanlage' errichtet, von der niemand wusste, ob diese denn auch den gewünschten Zweck erfüllt. Das sollten tatsächlich die Mühleneigentümer auf eigene Kosten gutachterlich herausfinden lassen...

Letztendlich wurde aber das Turbinenhaus saniert, die Wehranlage erneuert, das Tosbecken instandgesetzt und heute präsentiert sich zumindest der Wohnbereich am Nordufer des Mühlgrabens als ein echter Hingucker.

Blick auf das Turbinenhaus der Untermühle Podebuls (Wetterzeube)

Die hier werkelnden Personen haben wohl mehr als einen grünen Daumen. Und umweltfreundliche Energiegewinnung haben sie sich auch erstritten. Danke dafür und "Glück zu!"

Etwa 150m flussaufwärts befindet sich die Obermühle. (vorige Seite)




letzte Aktualisierung Montag d. 11. Mai 2020