Silstedt, Mühle am Großstuckenteich
38855 Silstedt OT von Wernigerode, Harzstraße 55, Landkreis Harz
Koordinaten:
Eigentümer(in): privat
Das Objekt ist nicht als Kulturdenkmal ausgewiesen.
Wassermühle, Wasserlauf: Silstedter Bach
Nutzungsarten: Getreidemühle

Baujahr, um 1540, bis etwa 1942
Zustand: gut
Ehemalige kleine Handwerksmühle, im Lauf der Jahrhunderte durch Nebengebäude und Anbauten erweitert. Nach der Aufgabe des Gewerbes wurden alle Maschinen ausgebaut und verkauft, lediglich die Welle des liegenden Zeugs war so sperrig und schwer, dass man sie in den Fundmenten "vergrub".

  • Um 1540 soll der Müller Jochen Ludolf die Genehmigung zum Bau der Mühle am Westrand des Dorfes bekommen haben.
  • Der Teich ist inzwischen längst verfüllt, auf dieser Fläche findet man heute das Hotel "Blocksberg".
  • Ludolfs Witwe bekam nach seinem Ableben das Lehen gegen den Preis von "3 Rauchhühnern".
  • Um 1700 erfolgte ein Um- oder Neubau, die Mühle wurde durch Andreas Goßstein in eine Ölmühle umgewandelt.
  • 1782 wird hier der Ölmüller Johann Christoph Sattler tätig, wahrscheinlich aber als Pächter.
  • Ab 1803 war Ernst Johann Heinrich Reuter als Müller verzeichnet, er war tüchtig und schließlich sogar Schöppe des Ortes, heute vergleichbar mit einem stellvertretenden Bürgermeister.
  • Am 22.04.1833kaufte Frau Caroline Friederike Elisabeth Litgau für 1.000 Mark Courant und 500 Taler in Gold die Mühle. Litgaus stammten aus Wülperode und waren bis zu dieser Zeit seit mehreren Jahren Pächter der Gemeinde-Untermühle. (Möglicherweise ist dies ein Zweig der Familie Lüttgau, eine ausgesprochene "Müllerdynastie". Früher Besitzer der Mühle in Göddeckenrode.)
  • Nach dem Tod des Hermann Gottlieb Andreas Litgau hielt die Frau Grete Papendieck den Schrotbetrieb aufrecht. Die Hoffnung, dass der Sohn Hermann Otto Litgau die Mühle übernehmen würde zerschlug sich, als dieser 1942 an der Ostfront fiel.


Undatierte Darstellung der Mühle (vermutlich aus einer älteren Bauakte o.ä.)


Die Mühle im Jahr 2018 © W.Sarömba
Ansicht 2018

Die umfangreichen Angaben zur Mühle und das alte Bild stellte Ortschronist M.B. zur Verfügung. Herzlichen Dank für die Mühe W.S.



Aktualisierung Samstag, 07.07.2018