Schads Mühle Drewitz/Möckern (abgebrannt)
Die Mühle ist bei der DGM registriert
39291 Drewitz OT von Möckern, Schads Mühle 1, Landkreis Jerichower Land
Koordinaten: 52.227174, 12.160718
Eigentümer(in): k.A.
Das Objekt ist als Kulturdenkmal ausgewiesen. - Erfassungsnummer: 094 05640
Wassermühle, oberschlächtiges Wasserrad, Wasserlauf: Drewitzer Bach
Nutzungsarten: Sägemühle

Baujahr: 1897 Horizontalsägegatter
Betrieb bis: 20.06.2006
Zustand: abgebrannt

Schads Mühle

Schads Mühle lag ca. 1500m nördlich der Kirche von Drewitz OT von Möckern im Landkreis Jerichower Land. Die ehemalige Mahl- und Sägemühle brannte am 20.11.2006 größtenteils nieder.
Das Schadenfeuer vernichtete die Mühle, lediglich das in einem Nebengebäude stehende Horizontalsägegatter, das Wasserrad und einige eiserne Getriebeteile (Vorgelege) überstanden den Brand.

Die noch immer im Netz vorhandene Webseite gibt folgende Informationen zur Mühle preis:
Ende des 13. Jahrhunderts sollen im Bereich des Westflämings, einem Teil des eiszeitlich gebildeten Höhenzuges im südwestlichen Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt zahlreiche Wassermühlen entstanden sein. Allein im Flussgebiet der Gloine und ihrer Zu- und Nebenflüsse wie Rosenkruger Bach, Dreibach, Drewitzer und Wüstenjerichower Spring sollen 22 Wassermühlen existiert haben. Davon, so heißt es, habe die Mühle der Familie Schad als letzte funktionstüchtige Wassermühle die Zeiten bis zu jenem Tag überdauert, als die Mühle ein Raub der Flammen wurde.
Genauere Angaben zum Ursprung, der Bauzeit und der Besitzfolge dieser Mühle gibt es offenbar nicht. Bekannt ist lediglich, dass die Mühle nacheinander "Zimmermanns Mühle" bzw. auch "Neumanns Mühle" genannt wurde. 1894 ging dann die Mühle in den Besitz der Familie Schad über, die das Objekt noch heute bewohnt.
Bereits 1896 brannte die von zwei Wasserrädern getriebene Mahl- und Schneidemühle ab und wurde danach mit nur einem oberschlächtigen Wasserrad als Sägemühle wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch das Horizontalsägegatter, Fabrikat "S.Aston 1897", es stammt aus Burg bei Magdeburg. Das Gatter besaß einen hölzernen Blockwagen auf dem die zu schneidenden Stämme gelagert und der Säge zugeführt wurden. Der Vorschub ließ sich stufenlos regeln, was das Schneiden enorm erleichtert haben dürfte.
Die Bauform des Sägegatters mit nur einem Blatt gestattete zwar nur den Zuschnitt von ca. 2 Festmeter Holz pro Tag, dafür war es aber möglich, Stämme mit einem Durchmesser bis zu einem Meter und 9m Länge zu verarbeiten.

Ferner gestatteten Transmissionen weitere Maschinen anzutreiben, so unter anderem auch einen Generator zur Eigenstromversorgung.
Das Wasserrad hatte einen Durchmesser von 4,0m, besaß bei einer Breite von 1,4m 47 Stahlblechschaufeln und gab im Maximum ca. 6 kW Leistung her. Später kam auch hier ein Elektromotor als zusätzliches Antriebsaggregat hinzu, so dass fortan auch bei Wassermangel gearbeitet werden konnte.
Aus der Zeit der des Wiederaufbaues stammen auch zwei Bauzeichnungen für das Sägewerk und diverse Bilder der Antriebstechnik, die auf der benannten Webseite veröffentlicht wurden. Hier ist sehr schön zu erkennen, dass die waagerecht geführte Säge vom Radkeller aus über Vorgelege, Transmissionen und einen Exzenter angetrieben wurde. Eine Bauform, die wohl in unserer Gegend längst einmalig geworden war.

Ein Mühlenfreund stellte kürzlich ein Foto zur Verfügung, das den Sägemüller und seine Frau (?) bei der Arbeit zeigt, vermutlich eine der letzten oder gar die letzte Aufnahme aus der Schadschen Sägemühle.

Meister S. am Sägewerk

Webseite Schads Mühle
Die Unterseite "Bilder von Schads-Mühle" enthält eine sogenannte "verweissensitive Grafik" d.h. man kann bestimmte Bildbereiche anklicken um weitere Unterseiten aufzurufen. (Dazu einfach mal mit dem Mauszeiger über die Bauzeichnung fahren, er wechselt von dem einfachen Pfeil zur Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger...)

Zurück gehte es letztendlich mit der entsprechenden Schaltfläche ihre Browsers oder der Rücktaste ihrer Tastatur.



letzte Aktualisierung Montag d. 11. Mai 2020