Chörau
Datensatznummer: 237

06386 Chörau OT von Osternienburger Land, Dorfstraße 27 - Landkreis Anhalt-Bitterfeld
Koordinaten: 51.815055, 12.122186
Eigentümer(in): Dr. R.Westphal
Denkmal: ja
Wassermühle , Turbine, 10 PS
Quellbuschfließ
Nutzungsarten: Getreidemühle

Baujahr: 14 Jhd.
Betrieb bis: 1958 gewerbliche Nutzung
Zustand: Restaurierung fortgeschritten
Der seit dem Tode des Altmüllers (Wolfgang Oelschläger) stattgefundene Verfall (Schäden an Technik und Gebäuden) wurde mit dem Kauf des Anwesens durch Dr. Reiner Westphal im Juni 2012 gestoppt.
Seitdem werden Bauwerke und Mühlentechnik saniert.
Vorhanden sind noch 2 Walzenstühle, 1 Schrotgang, Aspirateur, Trieur, Schälmaschine, 1 Plansichter, 1 Quetsche, Elevatoren.
Es hieß, die als Antrieb vorhandene Turbine sei 1958 abgebaut worden, das scheint nicht zu stimmen. Denn inzwischen wurde bei Abbrucharbeiten eine Ossberger Turbine aus dem Schlamm geborgen, die zumindest als Anschauungsstück ihren Platz finden wird. Weitere Informationen sind nachzulesen unter:
Kulturgeschichte der Wassermühle Chörau

Mühlenhof  Mühlenkeller  Sichtmaschine 

Bild 1 Mühlenhof, Bild 2 Mühlenkeller mit Antrieb des Mahlganges,  Bild 3 Restaurierte Sichtmaschine

Eine besondere Geschichte, die sich hier tatsächlich so zugetragen haben soll:
Es ist überliefert, dass einst Fürst Wolfgang von Anhalt, der bei der Verteidigung des Protestantismus mit dem Schmalkaldischen Bund militärisch unterlag, ausgerechnet in der Mühle zu Chörau vor seinen Verfolgern Zuflucht gesucht hatte. Er tarnte sich beim Müllermeister Hildebrandt als Geselle und als die hartnäckigen kaiserlichen Verfolger in der Mühle nach ihm suchten wollte er wohl aufgeben.
Es heißt jedoch, dass die Müllersfrau ihm davon abriet und als die Kaisertreuen in das Haus eindrangen, gab sie an, dass der Gesuchte nicht hier sei. Zugleich schalt sie ihren "Gesellen" der Faulheit und soll ihn sogar mit einem Pantoffel zur Arbeit in die Mühle getrieben haben. Die Verfolger schauten dem sogar belustigt zu, nichtahnend, dass ihnen der Gesuchte auf diese Weise entkam.
An diese Begebenheit erinnerte lange Zeit eine Gedenktafel über der Eingangstür, die leider in der Zwischenzeit auf unlautere Weise ihren Besitzer gewechselt hat. Hier eine Reproduktion der Tafel.

Verschwundene Tafel



Aktualisierung Sonntag den 26. Februar 2017