Dedeleben
Datensatznummer: 71

38836 Dedeleben OT von Huy, Kummühle 1 - Landkreis Harz
Kummühle
Koordinaten: 52.021304, 10.899604
Eigentümer(in): Familie Klopp
Denkmal: k.A.
Wassermühle , Turbine 3,5 m Gefälle
Marienbach
Nutzungsarten: Getreidemühle

Baujahr: 1790
Zustand: gut
Es handelt sich um eine komplett erhaltene Mühlenanlage (Vierseitenhof). Im Sommer 2000 hatte ich das Objekt selbst aufgesucht, außerdem stand mir ein Erfassungsbogen aus der Zeit um 1992 zur Verfügung.
Technik: Schrotgang, Walzenstuhl (Magdeburg) 1920, Ausmahlstuhl Ari-Triumph 1942, Plansichter 2 tlg. Hipkow, Aspirateur, Trieur u. Schälmaschine von 1925, Mischmaschine stehend 30 Zentner, Elevatoren, Schnecken, Aufzug, hölzerner Lagerbehälter, Exhaustor, Staubfilter
Kulturgeschichte: Die ursprüngliche Wassermühle wurde 1915 durch einen Neubau ersetzt. Es gab zu der Zeit ein oberschlächtiges Wasserrad.
Als Antriebe gab es teils nacheinander, teils gleichzeitig: Wasserrad, Gefälle 3,5m, dann einen Sauggasmotor von 8-10PS Leistung um 1922, zusätzlich dann einen Deutz-Diesel 1934-1942. Erneuter Umbau der Mühle 1947 mit Einbau eines Elektromotors von Bergmann-Borsig (Schleifringläufer) mit 15PS. Noch 1961 wurde das Wasserrad durch eine Ossberger Turbine ersetzt. (Diese war bei meinem Besuch jedoch nicht mehr vorhanden.)

Bau- und Kunstgeschichte: Geschlossene Hofanlage, rundum Baumbestand, Lage versteckt an einem Feldweg.





In und um Dedeleben gab es um 1900 weitere 4 Mühlen. Im Osten des Ortes standen zwei Windmühlen, es dürfte sich hier um Bockwindmühlen gehandelt haben. Wenige 100m südlich der Kummühle gab es eine kleine unbenannte Wassermühle, am südlichen Ortsrand ein oder zwei weitere namenlose Wassermühlen. Etwa 500 nördlich des Ortes lag die Bruchmühle. Zu dieser Mühle erzählte mir ein Enkel des letzten Müllers:
Infolge der Unachtsamkeit des Mühlenknechts brannte die Mühle in der Silvesternacht 1900/1901 völlig nieder. Man nahm an, der Knecht habe verbotenerweise im Bett geraucht. Nicht bekannt ist, ob der Mann beim dem Brand zu Schaden kam.
Der Müller war zur fraglichen Zeit im Dorfkrug. Als leidenschaftlicher Kartenspieler bekannt konnte er den Verlust der Mühle nicht verhindern. Als das Dorf alarmiert wurde brannte die Fachwerkmühle schon lichterloh.

Es existierte zum Zeitpunkt meines Besuches noch ein Bild der Mühle, das in der Familie von einer Generation zur anderen weitervererbt wurde.

Bruchmühle Dedeleben um 1890



Auszug aus "Reymann's Special Karte" vermutlich um 1900 entstanden.


Aktualisierung Sonntag den 26. Februar 2017