Papiermühle Gröningen
39397 Gröningen OT von Verbandsgemeinde Westliche Börde, Alslebener Straße 3, Landkreis Börde
Koordinaten: 51.943104 11.21295
Eigentümer(in): k.A.
Das Objekt ist nicht als Kulturdenkmal ausgewiesen.
ehemalige Wassermühle, Wasserlauf: Bode/Mühlgraben
Nutzungsarten: frühere Papiermühle

Baujahr 1710 Betrieb bis: 1874
Zustand: mehrfach umgewandelt, überbaut, teilweise abgebrochen
Aktuelle Luftbilder zeigen einen ehemaligen Industriebetrieb, die Gebäude des bis zuletzt als Armaturenwerk genutzten Areals stehen noch.

Auszug aus der 'Mappa specialis Halberstadiensis von 1750'

Auf der Seite Papiermühlen in Deutschland von August Block, Wiesbaden finden sich folgende Angaben zur früheren Papiermühle:

  • 1716 Gründung der Mühle durch den Papiermüller Scharff, (sicherlich mit "allergnädigster Erlaubnis" durch den damaligen Residenten im Gröninger Schloss)
  • 1739 Besitzer/Pächter Martin Christoph Horn
  • 1746-1749 Johann Wilhelm Scharff
  • 1764 Christian Borchert
  • 1778-1814 Papiermüller Johann Michael Künnecke
  • 1815-1846 Besitzer Andreas Georg Bollmann
  • ab 1846 Besitzerin Elisabeth Bollmann
  • ab 1846 Werkführer Eduard Wilhelm Bollmann und Prokurist Georg August Bollmann (sie waren Brüder)
  • 1867 Einbau der ersten, modernen Papiermaschine
  • 1874 ist die Papiermühle ausgebrannt

Es ist wahrscheinlich, dass danach die Papiermühle nicht wieder aufgebaut, sondern in eine kleine Fabrik umgewandelt wurde, in der dann Koffer (vielleicht sogenannte "Hartschalenkoffer" aus imprägnierter Pappe und Holzleisten produziert wurden.
1946 wurde hier schließlich ein "Plattenwerk" eingerichtet. Das Plattenwerk Gröningen GmbH, so ist unter der Rubrik "Archivalie des Monats" auf der Webseite des Salzlandkreises zu lesen, wandte sich 1949 an Einrichtungen in der Umgebung mit der Aufforderung, getrocknetes Kartoffelkraut als Rohstoff für die Produktion von Möbelplatten etc. für 1,80 Mark je 100kg zu verkaufen.  Archivalie des Monats 6/2017
Nachdem der Bedarf hieran zurückging, vielleicht auch wegen einer Übernahme durch den Staat, wurde dann eine Armaturenfabrik eingerichtet. 1990 wurde das Werk geschlossen und "abgewickelt" wie es so schön im damaligen Sprachgebrauch formuliert wurde.
Die früheren Produktionsgebäude sind teilweise umgenutzt, es haben sich wohl ein paar Handwerker hier niederglassen.

Das recht umfangreiche Material zu den Gröninger Mühlen wurde mir von Herrn Ralf Staufenbiel aus Kloster Gröningen zur Verfügung gestellt, weitere Funde stammen aus dem Netz der Netze. Herzlichen Dank auch jenen Helfern, die Material veröffentlichten, es R. S. überließen bzw. ihm zugearbeitet haben.
Allen ein herzliches Dankeschön und "Glück zu!".




Aktualisierung Dienstag 07.1.2020